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Gestern war ein guter Tag: erstens wurde vom Nationalrat eine sinnvolle Rauchverbots-Regelung beschlossen, und zweitens wurde im Ständerat endlich eine Motion von Frau Sommaruga angenommen. Diese plädierte für die Abschaffung der Grundverschlüsselung im DigiTV - und somit für eine Abschaffung des Receiverzwangs.
Fortsetzung:
Erst mal danke an Chrigi - ohne ihn wäre ich ehrlich gesagt nicht gar nicht darauf gestossen. Zu sehr war die Presse (und ich?) gestern mit der vernünftigen Rauchverbotsregelung beschäftigt. Und dann fuhr Piero ja noch...
Frau Sommaruga konnte sich also mit überzeugenden Argumenten gegen BR Leuenberger durchsetzen. Sie argumentierte insbesondere damit, dass es schon einen Standard für DVB-C gibt, und die Kunden ja nicht gezwungen werden können, Zusatzdienste in Anspruch zu nehmen. Deshalb ist es nicht nötig, jeweils die Box vom entsprechenden Kabelnetzbetreiber zu nützen. Auch der hohe Stromverbrauch sowie der Hinweis auf Deutschland und Frankreich fehlten nicht.
Einem Argument - welches anscheinend von Leuenberger schon früher gebraucht wurde - entgegnete sie, dass es gar nicht stimme. Es geht hier um die «Aufschaltung der Gebärdensprache». Keine Ahnung wie man auf ein solches Argument kommt. Wie stellt sich das BR Leuenberger vor? Sitzt in jedem Cablecomböxli ein kleiner Übersetzer? Gerade Leuenberger sollte doch wissen, dass man Gebärdensprache nicht einfach so «aufschalten» kann, hielt er doch im Rahmen von Sound of Silence eine Rede in ebendieser. Vielmehr sind damit wohl Untertitel gemeint - und diese sollten wohl keine Box vor Probleme stellen. Und auch hier: wer sicher gehen will, dass dies funktioniert, kann ja weiterhin zur «offiziellen» Box des jeweiligen Anbieters greifen.
Weiter sprach Leuenberger von Betriebssystemen:
«Set-Top-Boxen enthalten, ähnlich wie ein PC, eine Art Betriebssystem, welches die Kommunikation zwischen dem Kabelnetz und der Set-Top-Box ermöglicht. Nur dank diesem Betriebssystem können die Zuschauerinnen und Zuschauer die vorgeschriebenen Zusatzdienstleistungen nutzen.»
Ja, Herr Leuenberger, natürlich hat jede Box ein Betriebssystem. Aber: auch beim Computer kann man z.B. zwischen Windows und Linux Dateien austauschen und teilweise sogar die gleichen Dateien öffnen und abspielen. Einerseits wird Microsoft von der EU hart für ihr Monopolgebaren bestraft, und anderseits soll es bei Settopboxen nur ein einziges Betriebssystem geben? Irgendwie überzeugt diese Argumentation einfach nicht.
Wer weiss, vielleicht besinnt sich die Cablecom nun auch freiwillig - und lässt den Receiverzwang noch vor einer gesetzlichen Regelung fallen...
M
F
G
Sopur